Papierstationen – Aus den Beständen der Sammlung Maulberger

08.09.2023 – 14.10.2023

Der Bildträger „Papier“ gibt wie kaum ein anderes Medium Aufschluss über den Wandel der künstlerischen Intentionen sowie die fundamentale Verschiebung des Sehens im 20. Jahrhundert bis heute. Arbeiten auf Papier sind ein wichtiger Schritt zur Klärung inhaltlicher wie formaler Ideen. Sie lassen uns direkt und unverfälscht an Experimenten, Reflexionen und dem gestalterischen Denken teilhaben. Papierarbeiten haben an Bildwürdigkeit in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wie nie zuvor gewonnen. Das liegt vor allem daran, dass der Malprozess, wie im Informel, zum eigentlichen Thema avanciert. So wird mit den Worten Emil Schumachers ein Stück Papier durch das künstlerische Tun zum „Bedeutungsträger“. Per Kirkeby brachte es auf den Nenner: „Sehen, sehen und zeichnen. Man kann fast ein ganzes Leben damit verbringen, zu entdecken, dass man allzu oft nichts sieht, bis der Bleistift einen dazu zwingt.“
Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Sammlung Maulberger. Es werden Arbeiten von Max Ackermann, Arthur Aeschbacher, Arman, Bernard Aubertin, Willi Baumeister, Hubert Berke, Hans Bischoffshausen, Karl Friedrich Brust, Rolf Cavael, Karl Fred Dahmen, Gerhard Fietz, Adolf Fleischmann, Rupprecht Geiger, Oskar Holweck, Heinz Mack, Georg Karl Pfahler, Otto Piene, Emil Schumacher, Turi Simeti, K.R.H. Sonderborg, Walter Stöhrer, Fred Thieler, Hann Trier, Theodor Werner, Conrad Westpfahl, Fritz Winter und Herbert Zangs gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Willi Baumeister
Variante zu Saul-Illustration I, 1943
Frottage mit Fettkreide, Buntstift auf Papier
21 x 28 cm, WVZ Nr. 1169A
Bildrechte: © Archiv Baumeister Stuttgart