Solar Breath

Wissen woher der Wind weht

28.09.2023 – 10.02.2024

Künstler
Rémy Bender, Hicham Berrada, Bigert & Bergström, Sara Bouchard, Olaf Breuning, Daniel Buren, Vadim Fishkin, Jochen Gerz, Sigurður Guðmundsson, Leiko Ikemura, Romuald Karmakar, Katrin Agnes Klar, Nanne Meyer, Dennis Oppenheim, Marjetica Potrč and Ooze, Marco Schuler, Michael Snow, Paul Valentin

Wind bewegt, berührt, verändert. Wind treibt uns an, bremst uns aus, reicht von der sanften Brise bis zum wütenden Sturm. Nicht nur Gegenwind und Rückenwind als Synonyme für leichtes oder schweres Vorankommen, auch jemand, der »ordentlich Wind macht« oder »ein Wirbelwind, der durch den Raum fegt« umschreiben im Sprachgebrauch besonders dynamische Situationen. Wind beherrscht seit jeher die Seefahrt und den Handel, hält Mühlen am Laufen und ist ein Schlüssel für erneuerbare Energie. Umso erstaunlicher, dass sein enormer Einfluss auf unser Leben, auf Wetter, Klima und Erderwärmung in der öffentlichen Wahrnehmung wie in der Klimaforschung bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Der Ausstellungstitel »Solar Breath« ist einer Videoarbeit des kanadischen Künstlers Michael Snow entliehen, die mit der poetischen Choreografie eines im Wind tanzenden Vorhangs, Zeit, Raum, Licht- und Luftbewegungen reflektiert. Der »Atem der Sonne«, ihre auf die Erde einwirkende Energie, ist der Motor der planetarischen Zirkulation, die für die Bewegungen großräumiger Luftmassen und ihre Verteilung auf der Erde verantwortlich ist. Die Strahlung der Sonne lässt in der Nähe des Äquators erhitzte Luftmassen aufsteigen, die sich in Richtung der kühleren polaren Regionen wieder absetzen. Die Corioliskraft lenkt diese Strömungsphänomene, sie beeinflusst etwa die Drehrichtungen der Windfelder um Hoch- und Tiefdruckgebiete oder die Ausbildung von Passatwinden und Jetstreams. Ändern sich einzelne Elemente innerhalb dieser globalen Windsysteme, kann es zu lokalen Auswirkungen wie Starkregen, Dürre oder Hitzewellen kommen.
Das komplexe Wechselspiel der Winde fächert die Ausstellung in einer luftig-sinnlichen Zusammenschau zeitgenössischer künstlerischen Positionen auf. Sie erzählen vom alten Traum der Menschen, das Wetter zu beherrschen, verleihen meteorologischen Aspekten Gestalt, lassen Bergwinde flüstern oder Ventilatoren die Form des Kunstwerks verändern. Fasziniert von der Flüchtigkeit der Winde und ihrer weder sicht- noch greifbaren Realität zeigen sie die Ambivalenz dieses Naturphänomens – zwischen Potenzial und Bedrohung, zwischen Leichtigkeit und apokalyptischer Kraft.

Dennis Oppenheim
Whirlpool – Eye of the Storm, 1978
© Dennis Oppenheim Estate

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