ROMs – Lou Jaworski | Michael Venezia

11.11.2020 – 16.01.2021

Die Ausstellung ROMs mit den Künstlern Lou Jaworski und Michael Venezia präsentiert Skulpturen, Malerei und Papierarbeiten, denen auf individuelle Weise ein unmittelbares Interesse an materiellen Qualitäten und formal-prozesshafter Reduktion zugrunde liegt. Im Dialog dieser beiden künstlerischen Positionen wird jeweils das rationale Ausbalancieren kompositorischer Elemente mit- und gegeneinander deutlich. Neben der Auseinandersetzung mit geometrischer Abstraktion und Raster wird in der Erkundung der Eigenschaften von Farbe bei Michael Venezia oder von Ferritmagnet bei Lou Jaworski, auch die physikalische Selbstständigkeit der Materialien zu einem wesentlichen Teil der konzeptuellen Grundlage der Werke.

Lou Jaworski (*1980 in Warschau, PL) studierte Bildhauerei und Installation an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Gregor Schneider und erwarb 2016 sein Diplom mit Auszeichnung. Seit 2017 ist er als Assistent von der Klasse von Prof. Gregor Hildebrandt tätig. Jaworski arbeitet für seine Installationen und Skulpturen überwiegend mit magnetischen Materialien, Eisen, Silber, Graphit oder Meteoriten. Seine Werke aus zersplitterten oder geometrisch geformten Ferritmagneten zeichnen sich durch das spannungsvolle Zusammenwirken von materieller Autonomie, ephemerer Abstraktion und physikalischer Gesetze aus. Die meisten seiner Werke entstehen konzeptbasiert und werden raumspezifisch umgesetzt. Der Künstler beschäftigt sich mit metaphysischen Fragestellungen, die sich mit formaler Reduktion verbinden, sowie mit Phänomenen der menschlichen Wahrnehmung.
Seine Arbeiten wurden u. a. in Phingyao (China), New York, München und Tel Aviv ausgestellt. 2017 war Jaworski unter der Leitung von Udo Kittelmann Teil des Festival of Future Nows im Hamburger Bahnhof, Berlin. 2016 erhielt er den Debütantenpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultur und 2017 das Atelierstipendium der Stadt München. Lou Jaworskis Werke sind Teil der Bayerischen Staatsgemälde Sammlungen und in Privatsammlungen in Deutschland und der Schweiz vertreten.

Michael Venezia (*1935 in Brooklyn, US) entwickelt seit den 1960er Jahren bis heute eine reduzierte Malerei, die von der Kunst des abstrakten Expressionismus inspiriert und parallel zur Minimal Art entstanden ist. Während befreundete Künstlerkollegen, wie Dan Flavin und Sol LeWitt, ein bildhauerisches Werk entwickeln, verschreibt sich Venezia ganz der Malerei und ist damit prägend für die New Yorker Kunstszene der 1960er Jahre. Er erkennt in der Farbe eine materielle Qualität, die er anhand nebeneinandergesetzter Farbstreifen erkundet. Das Verhältnis von Farben zueinander begleitet ihn fortwährend in seiner Arbeit und so entwickelt er eigene Kombinationssysteme. Im Laufe seines Werks reduziert er die Bildfläche auf eine starke Horizontale und nutzt Holzbalken als Malgrund, die er einzeln bearbeitet und in einem weiteren Schritt miteinander kombiniert. Venezias Interesse gilt zudem der Reduktion von Gestik in der Malerei auf das Wesentliche und so entwickelt er bereits in den 1960er Jahren Bildverfahren mit Sprühpistolen, für deren Verwendung er als Wegbereiter gilt.
Michael Venezia war bereits 1971 und 1974 in Gruppenausstellungen des MoMA, New York beteiligt. Zuletzt präsentierten im deutschsprachigen Raum das Josef Albers Museum in Bottrop (2009), sowie der Kunstverein Heilbronn (2016) umfassende Werkschauen des Künstlers.

Lou Jaworski, A, 2020 | Foto: Lou Jaworski
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